Unsere Kirche

Die St. Blasiuskirche ist einst von den Bürgern Mündens erbaut worden, um in ihrer Mitte einen Platz zu haben, wo sie sich in allen Situationen des Lebens Gott nahe fühlten. Diese Aufgabe erfüllt die Kirche bis zum heutigen Tage.

Dabei hat das Gotteshaus im Innern vielerlei Veränderungen erfahren, jeweils nach den Vorstellungen und Bedürfnissen der betreffenden Zeit. Seit 1540 ist sie eine evangelisch-lutherische Kirche. Heute zeigt sie sich vor allem als eine offene Kirche.

* Sie ist offen für Gottesdienste und Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Schwerpunkte der Veranstaltungen sind Musikaufführungen und Ausstellungen. Aber auch Feste feiert die Gemeinde in der Kirche. Darum haben wir bewegliches Gestühl.

* Sie ist offen für einzelne Menschen, die Ruhe oder das Gebet suchen. Am Weltkugelleuchter könnenSie eine Kerze entzünden

* Sie ist offen für Touristen und Besucher unserer Stadt.

Wir betreten die Kirche durch das Westportal und wenden uns nach links zu einem Rundgang. Zuerst erreichen wir die Taufkapelle. Auffallend sind hier wie im übrigen Kirchenraum die Fenster, die bei der grundlegenden Renovierung und Umgestaltung 1972-76 von dem Hamburger Künstler Gerhard Hausmann geschaffen wurden. Sie begleiten den Weg des Menschen durch das Christenleben. In der  Taufkapelle verweist das westliche Fenster mit Feuer und Wasser auf den Heiligen Geist und das nördliche Fenster mit dem Weinstock auf das Wort Jesu: „ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh. 15,5) Das Taufbecken ist ein Bronzeguß von Nikolaus von Stettin aus dem Jahre 1392. Es symbolisiert die über die bösen Mächte siegende Kirche. Inmitten von Jesus, Maria und den Aposteln steht Blasius, erkennbar am Bischofsornat.

Wir gehen durch das nördliche Seitenschiff zum Hochaltar. Die Fenster in den Seitenschiffen verbildlichen die christliche Gemeinde als lebendige Steine. Daher sind Pflanzenmotive zwischen ihnen eingestreut (1. Petr.2,5) Fast jedes Fenster ist von einem Edelstein bekrönt, Christus.

Seit 2010 hat der Flügelaltar aus der 2006 entwidmeten St. Aegidienkirche an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes einen neuen Standortgefunden. Das Mittelbild zeigt die Kreuzigung Jesu. Auf dem linken Flügel sind Jesu Gebet in Gethsemane und die Verspottung Christi dargestellt, auf dem rechten Flügel die Kreuzesabnahme und die Auferstehung.

Das Gemälde gilt als bedeutendes Kunstwerk eines unbekannten Meisters aus der Donauschule um 1530. Das Abendmahlbild ist jünger. Der Altarsockel wurde neu aufgemauert und in seiner Öffnung eine Dokumentenkapsel versenkt. Dagegen ist die Altarplatte alt. Sie wurde um 1495 von einem Priester der Stadtkirche für das Hospital zum Heiligen Geist an der Brücke gestiftet.

Der Hauptaltar im Chor wurde während des 1. Bauabschnittes 1260-80 errichtet. Die Mensaplatte mit den Weihekreuzen mißt 2×4 m. An die Gottesdienste der vorreformatorischen Zeit erinnert noch die Bronzetür der Sakramentsnische an der rechten Chorwand. Von einem unbekannten Künstler um 1400 geschaffen, zeigt sie in vier Bildern und vielen Symbolen die Heilstat Jesu, an der der gläubige Mensch im Abendmahl Anteil bekommt.

Die Altarrückwand (Retabel) ersetzte 1700 den ursprünglichen Flügelaltar. Der Bildschnitzer Johann Andreas Gräber aus Heiligenstadt schnitzte ihn. Der Maler der Bilder ist nicht bekannt. Trotz seines barocken Aussehens ist er ein evangelischer Altar. Die Bilder Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung werden umrahmt von Christus und den Aposteln Petrus, Paulus und Johannes, sowie dem Auferstandenen als Bekrönung. Hinweise auf Maria und die Heiligen fehlen. In der Mittelzone sind in Kartuschen Paulusworte in der Lutherübersetzung zu lesen.

Der Hochaltar wird auch weiterhin für gottesdienstliche Veranstaltungen genutzt. An den gewöhnlichen Sonntagen versammelt sich die Gemeinde jedoch um den neuen, schlichten Bronzealtar.

Er steht im Mittelpunkt des Raumes und ist der Kanzel von Hans Horbusch zugeordnet, um die Zusammengehörigkeit von Wort und Sakrament zu dokumentieren. Die Bemalung des Kanzelkorbes mit Bildern der Evangelisten und der Kanzeltreppe mit Darstellungen von Petrus, Luther und Melanchthon stammt aus evangelischer Zeit.

Vom Mittelaltar blicken wir nach Westen hoch zur Orgel. Hinter der Prospektfront von Christoph Weiß, 1645,die gut mit dem Barockaltar korrespondiert, steht ein weitgehend neues Werk, das 1977 durch die Orgelbaufirma Johannes Klais in Bonn erbaut wurde. Es hat drei Manuale und ein Pedalwerk, insgesamt 2806 Pfeifen, davon 300 in Holz und 2506 in Zinn, sowie ein Glockenspiel mit 39 Glocken.

Über der Orgel auf dem Bogenfeld vor dem Turmjoch kam bei den Erneuerungsarbeiten eine Kostbarkeit ans Tageslicht: das gut erhaltene Fresko einer Anna selbdritt. Das Bild vom Anfang des 16. Jahrhunderts vermittelt mit seiner heiteren Leichtigkeit eine Vorstellung davon, wie die Kirche damals innen ausgesehen hat, als die Wandflächen mit vielen Bildern bedeckt waren.

Wir setzen unseren Rundgang durch das südliche Seitenschiff fort und blicken einmal zur Decke empor. Alle drei Schiffe sind durch Kreuzrippengewölbe geschlossen. Auffallend sind die astartigen Ansätze an den Rippen des südlichen Schiffes, die nur Schmuckelemente zu sein scheinen. Das Schiff führt zur Ewigkeits- oder Toten-Mahnkapelle. Das westliche Fenster weist auf die ewigen Wohnungen Gottes (Joh. 14,2), das himmlische Jerusalem. Das Südfenster zeigt den Baum des Lebens im Paradiesgarten (1. Mos. 2,9). Beide Fenster bringen die Hoffnung des Christen auf ein ewiges Leben bei Gott zum Ausdruck.

Das Grabmahl Herzog Wilhelm des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg von 1494 stand ursprünglich über seiner Gruft in der Mitte der Kirche. Es wurde hierher versetzt und ist nun umgeben von weiteren Zeichen des Totengedenkens an den Wänden: den Namenstafeln der gefallenen Gemeindeglieder beider Weltkriege, einer Gedenktafel für die ermordeten jüdischen Mitbürger und Gruftplatten von Mündener Bürgern aus lange zurückliegenden Zeiten. Schon vorher haben wir bei unserem Rundgang an den Wänden der Kirche mehrere Grabsteine und Epitaphien gesehen, die alle ein Stück Mündener Geschichte erzählen können. Als Beispiele seien erwähnt: die Bronzegrabplatte und das Marmorepitaph für Herzog Erich I. von 1541 im Chorraum und das Bildepitaph von 1564 für Burchard Mithof, den Mitarbeiter bei der Durchführung der Reformation in Münden.

Am Ende unseres Rundganges wünschen wir allen Besuchern unserer St. Blasiuskirche, dass sie etwas mitnehmen können in ihren Alltag von der Atmosphäre und dem Geist dieses Raumes!

Sollten Sie eine Kirchenführung wünschen, so melden Sie sich bitte im Gemeindebüro im Corvinushaus in der Ziegelstrasse !

3 Gedanken zu „Unsere Kirche

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ur Ur Ur Ur Ur Großvater ist am 22.4.1804 in der st. Blasius Kirche getauft worden.
    Sein Name war Johann, Friedrich Dornike.
    Gibt es hierzu ggf noch Archiv Einträge?

    Mit freundlichen Grüßen
    Annika Rahnke

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir planen derzeit unser Hochzeit im Raum Hann. Münden. Bei unserer Internetrecherche sind wir auf Ihre Kirchengemeinde gestoßen und hätten Interesse in einer Ihrer Kapellen zu heiraten. Da wir beide unterschiedliche Konfessionen angehören, würden wir uns gern ökumenisch trauen lassen. Unsere Gästeanzahl wird sich auf ca. 85 Personen belaufen. Gerne können Sie uns unter der Telefonnummer 05664/2360897 erreichen. Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören.

    Mit freundlichen Grüßen

    Anna & Markus Winter

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