Herzogin Elisabeth

Herzogin Elisabeth verbrachte über die Hälfte ihres Lebens im Mündener Welfenschloss und war als Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen maßgeblich an der Einführung der Reformation im Fürstentum Calenberg-Göttingen beteiligt.

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Bereits mit 15 Jahren heiratete Elisabeth den Herzog von Braunschweig Lüneburg,Herzog Erich I., der 40 Jahre älter war als sie. Seine erste Frau war kurz zuvor gestorben. 1540, als Erich starb, übernahm Elisabeth die vormundschaftliche Regierung über das Fürstentum, da der gemeinsame Sohn Erich II. gerade mal zwölf Jahre alt war.

Die schon in jungen Jahren als bibelfest geltende Christin hatte sich inzwischen zur neuen Glaubenslehre des Reformators Martin Luther bekannt und stellte ein Team zusammen – darunter auch Antonius Corvinus als Landessuperintendent – , mit dem sie die Reformation durchsetzte.

Als 1546 der inzwischen volljährige Erich II. die Herrschaft übernahm, kehrte er zum alten Glauben zurück, was Elisabeth viele Sorge bereitete. 1553 wurde sie von Herzog Heinrich zu Wolfenbüttel aus Münden vertrieben. Es muss ein schwerer Schlag für Elisabeth gewesen sein, der die Mündener Bevölkerung sehr am Herzen lag. Auf dem Schloss wurden die Armen stets mit dem Nötigsten versorgt. Zusammen mit dem Rat der Stadt hatte sie auch die Verwaltung des Hospitals St. Spiritus am Fuße der Werrabrücke übernommen. Fünf Jahre nachdem sie Münden verlassen musste, starb sie – wie es heißt, entkräftet und mit gebrochenem Herzen – in Ilmenau.

Revolutionär: Eine Schule für Mädchen

Herzogin Elisabeth war auch die Einrichtung einer Mädchenschule in Münden zu verdanken, eine in damaliger Zeit geradezu revolutionäre Tat, da man damals der Meinung war, Schulbildung für Mädchen sei unnütz, ja sogar schädlich. So kam Münden zu einer „Meidtlein-Schule“, denn nach Aussage der Regentin sollten Mädchen „schrieven unde lesen lernen, gude Seden und Dogenden zu Godes Loffunde Ehre“. Dass sich die Mädchenschule nach ihrem Weggang nicht lange hielt, lag am Unverständnis der dann Regierenden, denen Elisabeth in ihrer sozialen Einschätzung weit überlegen und um Jahrhunderte voraus war.

www.herzogin-elisabeth.de

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